Mein Baby ist doof

Und niemand hat mir vorher gesagt, dass ich damit nicht alleine bin.

Als meine Freundin Silvia mich und meinen 3 Wochen alten Säugling besuchte, hielt sie mit sentimentalem Gesichtsausdruck mein schlafendes Baby im Arm und sagte: „Was hast Du Dich auf dieses Kind gefreut. Du musst wirklich der glücklichste Mensch auf der Welt sein.“

Daraufhin habe ich nur genickt und musste meine gesamte Selbstbeherrschung aufbringen, um nicht in Tränen auszubrechen. Um keinen Preis der Welt wollte ich undankbar scheinen oder an diesem Bild des vollkommenen Glücks rütteln. Mich nicht der schrecklichsten Gefühlssünde schuldig machen, der sich eine Mutter nur schuldig machen kann: Das Baby doof finden.

Denn was die liebe Silvia nicht wusste, war, dass ich am Abend zuvor noch auf der Bettkante gesessen und Sturzbäche geheult hatte, während (und weil) ich dachte: „Oh Gott, wir haben einen Fehler gemacht… warum mussten wir unbedingt ein Kind haben… wir waren doch glücklich… es hat nichts gefehlt… ich schaff das nicht… Gott, wie soll ich noch so eine Nacht durchhalten… unser Leben ist vorbei… ich werde nie wieder ein Kino von innen sehen… herrje, wie oberflächlich kann man sein, jetzt an ein Kino zu denken…“

Diese Gedanken haben mir (bis heute) die schlimmsten Schuldgefühle meines Lebens eingebrockt. Konnte es tatsächlich sein, dass die Natur eine so verquere Mutter hervorgebracht hatte, die ihr Baby doof fand?

Ja, ich fand mein Baby tatsächlich doof. Wenn es z. B. stundenlang schrie und ich nicht wusste, was ich außer tragen, stillen, singen, wickeln und föhnen noch machen sollte. Wenn ich bis zum Umfallen erschöpft war und dachte, ich sei die einzige Mutter auf der Welt, die den Hungerschrei nicht vom Furzschrei unterscheiden konnte.

Und ich war enttäuscht. Tatsächlich hatte ich nämlich in irgendeiner ganz tiefen, unterbewussten, beknackten Ecke meines dummen, nichts ahnenden Herzens geglaubt, ich würde mich in die Claus Hipp Mutter auf der Blumenwiese mit sanftem Lächeln und strahlend weißem Sommerkleid verwandeln.

Aber hier saß ich. Die Wiese war mein Wohnzimmer, das Blumenmeer ein Haufen vollgerotzheulter Taschentücher und abgesehen von meinem Hintern passte ich mit diesem abstrus großen Busen in kein einziges meiner Sommerkleider.

Die erste Schwangerschaft, die erste Geburt, das erste Wochenbett und das erste Mal überhaupt zu erleben, was es wirklich heißt, plötzlich eine Familie zu sein – das sind Premieren in unserem Leben, die neben strahlendem Licht auch Schattenseiten bereithalten.

Leider können aber gerade am Anfang die unterbelichteten Momentaufnahmen die sonnigen Seiten der Mutterschaft stark überlagern. Natürlich gab es in meinem Alltag auch Augenblicke, in denen mein Herz vor lauter Liebe zu platzten drohte, aber es gab auch diesen frustrierenden, ungekannten Freiheits- und Freizeitentzug.

Und allen, die jetzt angesichts meiner Naivität oder Selbstsucht empört im Dreieck springen, kann ich nur sagen, dass ich es genau so empfunden habe. Ich würde hier auch lieber ein paar souveränere Worte über mich lesen, aber wem würde das nützen?

Denn abgesehen von meinen Schuldgefühlen dem manchmal „doofen“ Baby gegenüber habe ich es trotzdem mit jeder Faser meines Herzens geliebt.

Aber diese Liebe war eine ganz andere und deshalb auch so verwirrend, weil sie über das übliche mir vertraute Gefühl von „Lieben“ hinaus ging.

Während Abhängigkeit oder die totale Verantwortung für das Glück des anderen eher das Ende der partnerschaftlichen Liebe einläuten, beginnt die Elternliebe hier erst so richtig.

Diese Liebe ist nicht frei. Sie ist eine abhängige Liebe und es liegt tatsächlich in unseren Händen, ob das Kind glücklich ist. Welch unglaubliche Verantwortung! Was wir als Bürde in einer Liebesbeziehung empfinden würden, sind im Bezug auf unsere Kinder völlig normale Umstände.

Und auch die Elternliebe kann als Bürde empfunden werden. Ein Säugling weiß und versteht nichts von z. B. Magen-Darm-Viren und dass Mama jetzt nicht sofort stillen kann, weil es neben der Muttermilch auch noch aus anderen Körperöffnungen schießt.

Damit muss man seinen Frieden machen. Seine überhöhten Ansprüche abstreifen und alle Gefühle zulassen. Auch die negativen. Oder sich Hilfe holen. Denn niemand (abgesehen vielleicht von uns selbst) wird uns verurteilen, weil wir um Hilfe bitten (oder uns vom Wochenbettbesucher lieber einen großen Topf Gemüsesuppe statt ein weiteres Kapuzenbadehandtuch wünschen).

Aber bevor ich jetzt gänzlich in die nervtötende Abgeklärtheit einer Nicht-mehr-Erstlingsmutter rutsche, möchte ich noch Folgendes erzählen:

Vorgestern saß ich um 21.07 Uhr auf der Treppe im Flur, nachdem beide Kinder eingeschlafen waren. Ich hatte einen Jesper-Juul-großen Kloß im Hals und war am Heulen.

Weil in meiner Tagesbilanz mehr Keifen als Kuscheln stand. Weil ich beim abendlichen Zähneputzen wieder diese verkackten „Wenn-Dann-Sätze“ benutzt habe. Weil ich nach dem gefühlt 30. Mal „Zieh Deine Unterhose wieder an“ nicht: „Ich verstehe, dass Du das lose Gefühl in der Buxe magst (was ich zugegeben nur theoretisch verstehe), aber Du hattest in den letzten Monaten zwei Nierenbeckenentzündungen“ sondern irgendwann nur noch: „Weil ich es Dir sage“ geantwortet hab.

Unsere Kinder sind das mit Abstand abgefahrenste, was wir je gemacht haben. Es vergeht kein (!) Tag, an dem ich mich nicht, sollte es in irgendeiner Weise dienlich sein, für sie vor ein Auto werfen würde oder mir das Herz nicht vor lauter Liebe und Geliebtsein überquillt.

Aber es vergeht auch kaum ein Tag, an dem sie mich nicht wahnsinnig machen, weil sie einen Sack Zement auf der Terrasse verteilen oder sämtliche meiner Versuche, Gemüse in ihr Essen zu schmuggeln, mit Boykott quittieren.

Es hört also nicht auf. Neben unserer Liebe treffen wir immer wieder auf Erschöpfung oder Wut, aber vermutlich gibt es wenige Phasen, die in ihrer körperlichen und emotionalen Intensität an die erste Zeit mit dem ersten Kind heranreichen (ich behalte mir vor, diese Passage ggf. zu streichen, wenn die Kinder in die Pubertät gekommen sind).

Amelie Fried hat einmal geschrieben:

Es ist normal, wenn Sie gelegentlich Lust haben, Ihre Kinder aus dem Fenster zu werfen. Es ist nicht normal, wenn Sie es tun!.“

Wer jetzt von sich behauptet, er könne diesen Satz nicht nachvollziehen, der trete vor und werfe den ersten Legostein.


Für Anna,

deren Kommentar zu „Ab heute geh ich ohne Feuchttücher auf den Spielplatz“ mich sehr berührt hat. Die ich an dieser Stelle gerne in den Arm nehmen möchte, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass weder ein weiterer guter Ratschlag, noch eine hochgezogene Augenbraue oder irgendetwas aus dem Onlineshopsortiment der Bahnhofsapotheke hilft, sondern letztlich nur die Umarmung einer anderen Mutter, die zugibt:

„Mit meinem 6 Wochen alten Baby schien mir die Muttersonne auch nicht aus dem Poppes. Ich fand mein Baby manchmal sogar doof.“

167 Gedanken zu „Mein Baby ist doof

  1. Hier auch so. Mein Baby war doof, ich war doof. Alles war doof. Irgendwann sagte ich mal zu einer Freundin: „Weißt du, ich kann jetzt echt verstehen, warum manche ihre Babys durchschütteln.“ Sie war schockiert von meiner Aussage. Ich auch irgendwie. Aber es war die Wahrheit. Soviel zum Thema: „Es ist normal das zu empfinden. Es ist nicht normal das zu tun.“
    Und ja. Auch heute noch gibt es Rundum-Doof-Tage. Aber mehr Rundum-Toll-Tage. Das ist ’ne gute Bilanz. Finde ich.
    Grüssken und danke, for your großartige words!

    1. Liebe Andrea, Du sprichst so vielen Mami’s aus der Seele! Ich ziehe meinen Hut vor soviel Ehrlichkeit und Offenheit! !!
      Mein „doofes Baby“ ist mittlerweile 15 Jahre alt. Durch einen Notkaiserschnitt hatten wir beide einen ganz miesen und fiesen Start und die ersten Minuten /Stunden nach seiner Geburt konnte ich leider nicht miterleben und ich glaube die fehlen mir heute noch….
      Alles Liebe!!
      Karin

    2. Seeeeeehr schön 🙂
      Ich habe irgendwann angefangen, mir den Frust von der Seele zu schreiben. Und die Überschrift lautet: „Hätte ich das gewusst, ich hätte eine Katze gekauft! – Tausend Dinge, die einem VORHER keiner sagt.“

      Vorher haben immer alle Muttis erzählt, wie toll das Eltersein ist, wie vollkommen sie sich fühlen. Als ich aber heulend von meiner Situation, meinen Gefühlen und so erzählt habe, war es plötzlich bei allen so…

  2. Sehr beruhigend und gut zu wissen vielleicht, dass es uns Vätern auch nicht anders geht.
    Dieses Gefühl, dass alles gut war, bis so ein Störenfried Harmonie und Lebensrgythmen durcheinander bringt…
    Dieser Ärger mit anzusehen, wie sich die Frau und Mutter aus Frust aufreibt und man ist mit verantwortlich.
    Dieses Gequatsche der Über- und der Großeltern, was man alles zu beachten habe und der Druck nur ja alles richtig zu machen.

    Klar, dass man sich mal fragt: Warum haben wir das eigentlich gemacht?

    Aber wenn die Kinder dann mal groß sind (wie meine), dann weiß man die Antwort.

    Babies sind manchmal doof, stören, nerven!

    Wer das nicht zugibt hat keine – oder lügt.

  3. Ich verstehe eh nicht, warum jeder glaubt, dass Mütter ein 24h Heideschibumbeidschileben haben, wenn das Kind da ist.
    Meine Freundin parkt ihr Kind bei mir, damit sie schlafen kann, zum Friseur gehen kann, Arzttermine wahrnehmen kann. Das ist OK!

    Es ist nicht schlechtes dabei, sein Kind doof und als Mutter allen Übels des momentanen Lebens zu sehen. Was nervt sind Verwandte „Ach, zu unserer Zeit war das normal, dass man sich nur ums Kind kümmerte.“ oder Übermütter, die dank Kinderfrau und Kita ab dem dritten Lebensmonat mit dem Finger auf Leute wie meine Freundin zeigen.
    Denen wünsche ich ein 24h Schreikind, bei dem jede Nanny die Flucht ergreift.

    Ihr Mütter macht einen tollen Job. Und ja, ihr dürft auch mal schlecht übers Kind denken oder reden, ohne dass Euch jemand dafür steinigt. Die sollen es doch erst mal alle besser machen!

  4. Dass deine Artikel immer ins Schwarze treffen, weißt du ja.
    Mein 4-Wochen alter Säugling und ich finden uns auch manchmal doof und ja, ich bin mir ganz sicher, das beruht auf Gegenseitigkeit! Tagsüber geht’s aber nachts finde ich doof, dass sie trotz satt und sauber manchmal weiter quengelt, ich also nicht weiß, was außer Hunger- und Furzschrei es noch sein könnte, und ich aber so müde bin, dass es körperlich weh tut. Lass. Mich. Jetzt. Schlafen!
    Sie findet doof, dass ich mir keine halbe Stunde Zeit zum Wickeln nehme mit strampeln lassen, singen, kitzeln und massieren, sondern da eher ergebnisorientiert arbeite. Denn große Schwestern wollen – wenn das Baby nicht schreit – in dieser Zeit dann mit Mama Spiele spielen, Bastelboxen bezwingen, Malen und Verkleiden. Und man selber hört im wegen des Schlafmangels hohlen Hinterkopf das Echo „schlafe, wenn das Kind schläft…“ von den Wänden hallen. Warum wollte man noch mal unbedingt ein Zweites?! Ach ja, „weil sie über das übliche mir vertraute Gefühl von “Lieben” hinaus ging.“ Schön gesagt, liebe Andrea!

    P.S. Zum Thema „schlafe, wenn das Baby…“ – ich hab das mal beobachtet, aber aufgeräumt hat sie bisher noch nicht! Schade 😉

  5. Ich dachte auch mal, dass ich so eine rockig-lässige Latte-Mutti werden würde… Stattdessen bin ich der Woody Allen der Mutterschaft. Und heimlich beneide ich manchmal meine kinderlosen Freunde um ihre Freiheiten. Während ich in einer langweiligen Stadt in einem langweiligen Job festhänge….

  6. Dieser Artikel begegnet mir gerade an einem meiner eben ganz normal wahrnsinnigen Tage. Ich sitze hier heulend vor dem Rechner und frage mich, ob auch ich irgendwann in der Vergangenheitsform von meinen „doofen“ Kindern spreche. Finde sie wie sie streiten, beißen schlagen, schreien immer noch so „doof“ obwohl sie keine Babys mehr sind (2 und 3 Jahre). Dabei fühle ich mich genau wie Du sagtst schuldig und undankbar, ich kenne so viele Paare die nicht einfach so mit Kindern gesegnet werden. Ich sollte doch glücklich sein.

    Danke für deine immer wieder treffend ehrlichen, unterhaltsamen Beiträge

  7. Danke für diesen ehrlichen und wahren Artikel. Und an die Kommentatorin „Gedakenpottpourri“: Jaaaa ich habe das auch schon mal gesagt, das ich das mit dem Schütteln verstehen kann. Weil am Ende eines durchschrieenden Tages/Nacht kein einziger Fitzel Nerven mehr übrig war. Und ich habe mich manches Mal gefragt: Warum wollten wir das? Und auch, dass mein Leben vorbei sei…
    Denken und tun (wo Amelie Fried schon so schön zitiert wurde) sind halt zweierlei. Und manchmal möchte ich auch heute die drei Kinder gegen einen Hund tauschen. Aber den meisten Teil der Zeit möchte ich die Zeit anhalten und ihnen beim Leben und Wachsen und Sein zuschauen und mir quillt das Herz über, weil ich – natürlich – die besten Kinder der Welt habe.
    Und obwohl meine drei nun echt schon lange aus der „doofes Baby“ Phase raus sind (wir wandern grad richtung „doofer Teenie“) hat mir dein Artikel, Andrea, den Tag verschönt. Danke.

  8. Es ist wichtig, so etwas auch von anderen zu lesen. Dann weiß man wenigstens, dass man nicht allein damit ist.

    Wenn das Baby am Abend z.B. zwei Stunden lang schreit, egal, was man tut, kann man es doch nur noch doof finden.

    Danke für deinen Beitrag!

  9. Hier ebenso.
    Als mein Sohn 4 Wochen alt war, habe ich gepostet:
    „Ich finde mein Baby kein bisschen süß! Es hat helmutkohleske Speckbacken, einen Altherrenhaarkranz, zieht bräsige Grimassen, furzt übelstriechend, rülpst ohrenbetäubend und macht dieses beängstigende Geräusch, das wie das irre Kichern eines tollwütigen Eichhörnchens klingt, das versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Und eben hat es mir auf den Busen geniest!“
    Ich war enttäuscht. Vom Baby, weil es nicht supisüß war und von mir, weil ich es nicht supisüß fand.
    Mein Gedanke damals: Den kann man ja gar nicht vorzeigen! *Schäääm*
    Nun ist er knapp 5 Monate und wir haben uns aneinander gewöhnt 🙂 und die Hipp-Blumenwiesen-Momente werden immer mehr, wenn auch ohne weißes Kleid.

    1. großartig, wir haben uns gerade zerfetzt vor lachen. das eichhörnchengeräusch ist uns bekannt und unser 19 tage alter sohn liegt furzend neben uns… 😉

  10. Liebe Andrea, verdutzt lese ich dein Blogeintrag und denke, das muss von mir sein. Mir ging es exakt so wie dir und ich habe mich so verloren gefühlt mit meinem Unglück, waren doch alle anderen Mütter aus dem Geburtsvorbereitungskurs so happy über ihre tollen, ruhigen, dauerschlafenden Babys. Und auch jetzt kenne ich dieses Gefühl von dem Kloos im Hals, wenn ich mal wieder mit fürchterlichen Dingen wie „Sandmann-Entzug“ oder „nie mehr Schoko“ drohe und mich dann abends so mies fühle. Wie schön, zu wissen, dass wir nicht alleine sind. 1.000 Dankeschöns von einer Mama, die ihr erstes Baby so oft doof fand. Hier habe ich selbst mal darüber geschrieben:
    http://heuteistmusik.blogspot.de/2014/10/lach-und-krachgeschichten.html
    Dicker Drücker von Laura

  11. Ein toller Artikel. Ich denke, niemand, aber auch wirklich niemand, kann Eltern vor dem ersten Kind vermitteln, wie anstrengend Säuglinge sein können. Und auch nicht, dass sie dann morgens im Bett so unglaublich süß aussehen, dass man ihnen eigentlich auch die schlimmste Nacht verzeiht.

    Ich habe auch festgestellt, dass niemand außer den Kindern es schafft, mich so zu reizen, dass ich explodiere (eigentlich schade, dass man dies nicht häufiger in Call-Center-Hotlines macht).

    Von daher kann ich den Satz von Amelie Fried nur unterschreiben. Man sollte ihn in Stofftaschentücher sticken und jungen Eltern schenken!

  12. Wunderbar geschrieben! Und so treffend. Hier sind es inzwischen drei Gören, die vierte ist im Anmarsch. Und ich habe immernoch oft genug Tage, an denen ich mich frage, wo ich meinen Verstand gelassen habe, mir das noch einmal antun zu wollen. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass ich darauf baue, dass die tollen die doofen Momente überwiegen. Und darauf, dass die extrablöden Momente, in denen ich die gesammelte Brut wirklich gern an die Wand nageln will, in der Erinnerung verblassen werden. Es ist immer wieder bestärkend, zu lesen, dass es anderswo genauso ist.
    Danke für diesen wirklich tollen Post

    1. Deinen Kommentar kann ich nicht ernst nehmen. Du bekommst gerade dein 4. Kind. Das bedeutet, dass Du die Coolness von Chuck Norris, die Konstitution von Rocky Balboa und den Humor von Loriot haben musst. <3 Alles, alles Gute!!!

  13. Liebe Andrea,
    jeder Satz von Dir trifft bei mir absolut ins Schwarze. Es hat ganze zwei Jahre gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es trotz Kind und Mutterschaft MICH doch auch noch gibt. Diese Zeit war geprägt von Unverständnis für meine Situation in der Familie aber auch im Freundeskreis bei anderen Müttern. Das hat es nicht leichter gemacht! Noch einmal ein Jahr länger hat es gedauert, bis ich mir ernsthaft vorstellen könnte, meine Idealvorstellung von zwei Kindern anzugehen.
    Nun ist der zweite Mops 3 Monate alt und ich bin einfach nur froh. Natürlich bin ich entsetzlich übermüdet und auch das zweite Baby ist ab und an „doof“. Aber ich bin nicht mehr überfordert, denn dieses Mal wusste ich, was ich in etwa erwarten kann / muss. Mein erstes Kind war kein „Einsteigerkind“, aber zum Glück habe ich mich nicht entmutigen lassen. Erst mit Nr. 2 merke ich, wie tief das Trauma saß und dass es sich langsam löst. Insofern ein „Kopf hoch“ an alle, die sich noch überwiegend auf der Schattenseite sehen – irgendwann wird es besser. Und bei doofen Kommentaren: Einfach ignorieren!

  14. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie oft ich in der Säuglingszeit einfach nur mein altes Leben zurück haben wollte!
    Danke für diesen ehrlichen Text!

  15. Danke!!!

    Das ist so beruhigend zu hören in einem Moment, in dem man sich nach recht kurzer Mutterschaft fragt, wo man das Kind denn wieder zurück geben könnte …… während gefühlt alle um einen herum das pure Glück erwarten und erleben (mit den eigenen).

    Noch einmal danke für die ehrlichen Worte!

    1. Ich habe meine Hebamme die Tage mit den Worten „Hallöchen! Baby habe ich an den meistbietenden verkauft!“ empfangen..

      Und ja, ich habe schon mehr als einmal überlegt, ob wir eine Rückgabefrist haben.

  16. Wie schon meine Vorredner schrieben, können das wahrschienlich die allermeisten Eltern so unterschreiben. Mich eingeschlossen. Wir hatten mit Kind 1.0 ein Schreibaby und auch wir konnten in vielen Situationen Amelie Frieds Aussage uneingeschränkt nachvollziehen. Und das schlechte Gewissen war auch immer an vorderster Front dabei. Natürlich. Danke für diesen herrlich ehrlichen Beitrag! <3

  17. Ach ja. Selbst beim dritten Kind geht man durch dieses Tal. Was es leichter macht: Man kennt schon den Weg hindurch. Das macht es etwas einfacher. Mein Jüngster ist jetzt 3 Monate alt, die beiden „Großen“ 8 und 4. Was man an Gelassenheit dazu gewinnt, bekommt man leider im Chaos nicht abgezogen. Aber die Hormone helfen mir gerade, das Chaos im toten Winkel zu sammeln. Ein dreifaches „Hoch!“ auf die Hormone. Und alle!

    Ein wunderbarer Text!

  18. Beruhigend zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. Als ich das letztens einer Bekannten erzählte, deren Tochter 10 Wochen älter ist als mein Sohn, war sie fassungslos, und ich fühlte mich gleich noch mal schlechter.
    Jetzt gehts mir wieder besser. Danke!

  19. Zu aller erst: Ich habe keine Kinder.

    Den Artikel fand ich auf den ersten Blick trotzdem gut, habe ich mich doch in meiner bisherigen Entscheidung – keine Kinder – bestätigt gefühlt. Wieso auch immer, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es unheimlich belastend sein muss ein Kind zu haben, im Grunde gibt man sich selbst doch völlig auf. Keine Freiheiten, keine Freizeit, kaum Sport, kein Kino und wenn dann immer mit den Gedanken beim Kind. Und diese enorme Verantwortung, Verantwortung wo jeder falsche Schritt ein Leben verändern kann. Von der ruinierten Figur mal ganz abgesehen…

    Dann allerdings habe ich die Kommentare unter diesem Artikel gelesen und ich muss mich wirklich fragen: Wusstet ihr nicht vorher, was es heißt Mutter zu sein?
    Sollte man sich mit dieser Frage nicht im Vorfeld auseinander setzen und dann eine Entscheidung für oder gegen ein Kind treffen?

    Und eigentlich würde ich, die eher dazu tendiert keine Kinder haben zu wollen, eben aus den von euch genannten Gründen, lieber einen Artikel lesen in dem steht wieso ihr euch trotzdem für das Kind und vor allem das zweite, dritte oder gar vierte Kind entschieden habt, wenn doch das meiste einfach doof ist.

    Also.. Wieso? Wieso sollte ich ein Kind bekommen?

    1. Hallo Kerstin, vielleicht aus diesem Grund:

      „Unsere Kinder sind das mit Abstand abgefahrenste, was wir je gemacht haben. Es vergeht kein (!) Tag, an dem ich mich nicht, sollte es in irgendeiner Weise dienlich sein, für sie vor ein Auto werfen würde oder mir das Herz nicht vor lauter Liebe und Geliebtsein überquillt.“

      1. Ein Kind ist einfach das Größte im Leben! Seit 2 Tagen sagt mir meine 2 jährige immer wieder, dass sie mich liebt und umarmt mich ganz fest. Allein dafür! Natürlich raubt sie mir des öfteren den letzten Nerv, aber das Positive überwiegt einfach. Am Anfang macht ein Lächeln jeden Schlafmangel wett, später die süßen Worte.
        Freizeit hat man auch, nur werden in der Gestaltung die Prioritäten verschoben. Und mal ehrlich, die Zeit in der sie klein sind verfliegt eh wie im Flug.

      2. es gibt menschen die keine kinder wollen – ja das gestehe ich denen auch zu. wir dürfen ja gott sei dank frei entschieden. aber ich war nie ein solcher – egal wie schwer, wie „unpraktisch“ etc es ist. du bekommst viel mehr! du gibst nicht deine Freizeit und dein Leben auf – du gewinnst ein neues Leben. Du darfst die Welt nochmal mit Kinderaugen sehn, durch Kinderaugen sehn, Jedes lächeln ist wie ein strahlender sonnenaufgang – nur für dich! dein herz schlägt schneller nur wenn ein kleiner Vogel im Ast sitzt und du ihm deinen Kind zeigen willst. Du wirst unwiderruflich und grenzenlos – bedingungslos geliebt – in den Augen unserer Kinder sind wir perfekt. Auch wenn nicht jede Entscheidung richtig ist und jede Antwort die beste. Nur wer Kinder hat weiß was ich meine. Ich würde für sie durchs Feuer gehn, vor den Zug springen,… alles wenns sein muss. Und auch wenn es manchmal schwer ist ist es doch richtig. Nur weil etwas richtig ist und schön und weil man sich etwas wünscht, heißt das doch nicht dass es immer leicht ist? Und so sehr mich meine Kinder manchmal fordern, steht für mich doch fest dass ich in ein paar Jahren noch ein Kind will. Aber das kann nur nachvollziehen wer das kennt – wer weiß wie wunderbar und aufregend diese manchmal sehr anstrengende und mühsame Welt ist (meine 2.Tochter hatte übrigens 4,4 kg und nen kopfumfang von 37cm sie hat mich von anfang an sehr gefordert) une zerstörte figur – naja die figur ist nicht zerstört – die paar liebeslaufmaschen haben erst nur mich gestört aber meinen mann gar nicht. bauchfreie tops zieh ich e keine an also wer siehts? und mein mann liebt mich mehr denn je. auch wenn ich manchmal rotz und wasser heulend neben dem bett sitz weil der knilch nicht schlafen will. 😉 also auch wenn kinder dein leben nicht leichter machen – es macht es schöner, bunter, lebenswerter

      3. Keiner weiß WAS wirklich auf eine Mutter zukommt. Viele Mütter sind nicht ehrlich genug oder hatten Sonnenschein Kinder. Keiner sagt dir, dass du 3 Monate gar nicht mehr schlafen wirst und klingelnde Ohren haben wirst. Keiner sagt dir, dass du wochenlang weinen wirst, weil deine Brüste beim Stillen schmerzen und es einfach nicht besser wird. Keiner sagt dir, dass du nur noch mechanisch lebst und dich wie ein Roboter fühlst..
        Nein, die Meisten Mütter erzählen nur, wie toll es ist ein Kind zu haben. Wenn es nur einmal lächelt, sei alles wieder gut. Nein, ist es nicht. Lächeln ist schön, ja. Aber es macht dich nicht fit. Es hilft dir nicht morgens aus dem Bett zu kommen, wenn dein Energielevel bei Minus unendlich ist. Keine Ahnung was damals geholfen hat, irgendwie ging es. Aber ich wollte um Gottes Willen kein Auto fahren, ich war eine Gefahr für alles und jeden..^^
        Keine Ahnung wieso du ein Kind bekommen solltest. Wenn man sie hat, will man sie nicht mehr missen – ja. Aber man vermisst nichts, was man nicht kennt. Wenn du also keinen Wunsch hast, musst du keines bekommen. Wieso auch? 🙂
        Ich tendiere eher dazu, kein Zweites mehr zu bekommen. Bei aller Liebe, aber meine Akkus sind einfach leer.

    2. Es gibt nur einen vernünftigen Grund: Liebe

      Man tut das aus Liebe und erfährt, dass man zuvor glaube, alles über dieses Gefühl zu wissen. Aber man irrte.
      Dinge dürfen einen anstrengen. Auch wenn man sie ausgesucht hat. Menschen dürfen das auch.
      Wir Eltern haben Menschen das Leben geschenkt und das ist ein anstrengender Prozess.
      Wer aber sagt „Wieso beschwert ihr euch denn! Habt ihr euch das nicht vorher überlegen können?“ Der zeigt auf, was man sich bereits denken kann: Er hat selbst keine Kinder. Sonst wüsste er die Antwort. Das überlegt man nicht. Man hofft, es käme nicht ganz so schlimm, weil man doch einen so elementaren Wunsch verspürt.

      Es wäre übrigens auch so, als dürfte eine Krankenschwester nie über ihren Job klagen oder eine ehrenamtliche Helferin oder eine Ärztin Ohne Grenzen. Die haben sich ihre Jobs ja auch ausgesucht. Und man weiß ja, wie anstrengend dieselben sind. Oder nicht?

      Dinge wie Schwangerschaftskilos oder Kinobesuche ( Erstes geht wieder weg, zweites kommt wieder zurück) sind einfach nicht mehr ganz so relevant, wenn man Kinder hat. Der Gedanke an einen so großen Verzicht beängstigt. Und der Verzicht ist oft auch wirklich heftig. Daher darf man das auch doof finden. Aber jede große Aufgabe des Lebens ist schön und mal doof.

  20. Sohn1 (fünfeinviertel) war ein absolutes Anfängerbaby. Und ich wurde nicht müde, immer wieder zu betonen, dass es für mich selbstverständlich war, die ersten fünf Monate seines Lebens mit Kissenburg im Rücken, dass Kind dauerstillen/nuckelnd an der Brust, zu schlafen. Hach, was war ich entsetzt über Mütter, die nicht freiwillig Familienbett praktizierten/stillten/ManducaBondolinoTragetuch benutzten/Möhrenpampe selber kochten/PEKiPBabyschwimmenBabymassage machten/Jesper Juul und Dr. Carlos Gonzalez auswendig lernten. Dann war Sohn2 (jetzt fast 10 Monate) unterwegs und ich dachte, als erfahrene Zweit-Mutti würde ich das mit links wuppen. Er hat mich eines besseren belehrt…
    Es hat dann nämlich vier Wochen gedauert, bis ich heulend auf der Bettkante neben meinem schreienden Baby saß oder auch mal vor Wut/Frust/Unvermögen die Wohnzimmertür getreten hab.
    Ich sag nur, heute gibt’s Gläschen, wir hatten die ersten drei Wochen eine batteriebetriebene Fisher-Price-Babyschaukel im Wohnzimmer stehen und ich war nicht beim PEKiP. Das beste daran ist, der kleinen Wurst gehts trotzdem gut. Okee, mir manchmal immer noch nicht, weil schlafen wär mal schön. Aber auch das wird eines Tages wieder möglich sein.
    Bis dahin gilt: Weitermachen!

    PS: Danke für deinen wieder mal tollen und ehrlichen Beitrag! <3

  21. Was für ein wundervoller Beitrag!
    den lese ich mit Pippi in den Augen, weil genau so ist es
    mein Baby ist inzwischen 11 aber genau so war das!
    Danke für Deinen Blog ♥

    sei lieb gegrüßt
    anja

  22. Ein Hoch auf so viel Ehrlichkeit!

    Ich habe vier Kinder zwischen 12 und 1. Der Jüngste kam mit 7 Jahren Abstand. Und ich habe lange überlegt, ob ich wirklich noch einmal „von vorne“ anfangen will.
    Aber wir dachten uns, nachdem wir drei haben, wird das schon. Die Erstgeborene war damals ein Schreikind und das haben wir hinbekommen. Oh Mann, ich wollte sie da öfter mal dem Postboten mitgeben (unser running gag zu der Zeit), aber wur waren sicher, er brächte sie schnell zurück.
    Als dieses Kind acht Monate alt war, war ich wieder schwanger. Als die Älteste dann fünf war kam die Dritte.
    Und ich fand meine Kinder immer mal wieder doof. Wenn sie mal wieder verbaseln, ihre Hausaufgaben zu machen und ich Briefe aus der gestrengen Schule bekomme. Der ewige Gemüse-Streit nervt auch und so weiter.
    Und das vierte ist das anstrengendste Kind, das wir jemals hatten. Ich bin wirklich mit vor Müdigkeit schmerzenden Gliedern heulend morgens durch die Kälte mit dem Kinderwagen der Januarmorgende, weil er nur dann mal schlief und ich ein Hörbuch auf den Kopfhörern hatte. Durch das Dörfchen hier, es war sehr erbaulich^^
    Er schlief niemals im Liegen, monatelang. Nur auf mir. Da saß ich tagtäglich immer wieder zwei Stunden und er lag auf meinem Bauch. Oh Mann, war das ätzend. Ich starrte an die Decke oder las eine Zeitung auf dem iPad. Immer wieder. Denn zwei Stunden braucht man nicht um die auszulesen.
    Nachmittags stillend Vokabeln üben mit den Großen.
    Er trank 45 Minuten und hatte alle zwei Stunden Hunger. Ich habe keine Eltern/Großeltern, die helfen. Dafür aber eine recht große bude zu pflegen. Nachts schlief er oft genug nicht ein, nachdem ich ihn ewig gestillt hatte, musste ich noch eine Stunde still in der Dunkelheit mit ihm sitzen. Sonst wachte er beim Ablegen wieder auf. Manchmal schrie er auch einfach so rum, dass der. Papa nachts mit dem Kinderwagen draußen rumfuhr.
    Ich hab so oft gesagt:“ Das hier geht gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen! Das darf so nicht sein. Von mir ist ja nichts mehr übrig!“

    Das war das anstrengendste Jahr meines Lebens. Und ich hatte viele anstrengende.
    Nun ist er ein Jahr alt und immer noch anstrengend. Die süßeste Nervensäge, die ich kenne 🙂 Ich würde alles für ihn tun und vieles davon habe ich schon getan 😉 Er küsst und bürstet mich, er gibt mir sein Essen ab und füttert mich. Er strahlt aus seinen Knopfaugen und kichert mit seine Süßi-Stimme …

    Warum bekommt man Kinder, wenn man weiß, dass sie anstrengend sind?
    Weil man um die Liebe und das Glück dabei weiß.
    Weil nicht immer nur der Kopf entscheidet – Gott sei Dank!
    Weil man das Leben bejaht und bereit ist, etwas von sich aufzugeben.
    Weil man jemanden liebt und seine Liebe auf große und tiefe Weise ausdrücken möchte.

    Also: Auch das vierte Kind kann einen noch „umhauen“. So meine Erfahrung. Mann, ich fand den Süßen so oft doof. Wenn er heute am Tisch sitzt und brummt und knurrt, weil er das Essen der anderen haben will, dann finde ich das auch immer noch …

    Kann man von sich erwarten, pausenlos dankbar zu sein, wenn man mit jemandem zusammenlebt, der so viel von einem so fordert und nimmt? Nein, man darf genervt sein. Man sollte sich Pausen einräumen und auch Hilfe holen, wenn nötig. Aber anstrengend ist es mit Kindern. Das muss man gar nicht leugnen.

    Die Claus-Hipp-Mama mit dem verklärten Lächeln darf man getrost vergessen. Der haben sie vor dem Dreh eine Überdosis Oxytocin gespritzt 😀

  23. ich verstehe das gut – ich war auf alles vorbereitet durch baby nr. 1 und das hab ich allein bekommen. mit partner ist doch alles leichter… ist es das? ja aber nicht alle babys sind gleich und so hatte ich nach nem ewig sanften engel einen kleinen tasmanischen teufel 😀 ich vergötter meine mädels beide und so anstrengend es auch manchmal ist – ich kann nur sehr schwer loslassen. bsp: sie stellt den ganzen tag alles auf den kopf, weint, zahnt, fiebert, hat Durchfall. ich trage, wickle, tröste, kuschle und bin am abend echt streichfähig – ich schaff es dann abends doch ne weile nicht sie in ihr bettchen zu legen, das gefühl von meinem kind, in meinen armen, friedlich schlafens, gesund und glücklich – ist unbeschreiblich. und im nächstem Moment schleiche ich wie ein verbrecher aus dem zimmer um sie blooooß nicht aufzuwecken 😀 wir bauen zusätzlich gerade haus und wenn möglich helf ich mit wo ich kann, dann nimmt meine mama die kids. erst war es irrsinnig schwer los zulassen und abzugeben (auch wenn sie schon 1 und 10 sind) aber gestern als ich so zementsäcke geschleppt hab und steine geklopft und geschnitten hab, mörtel gerührt und zementsäcke getragen hab, hab ich mich gefühlt wie im Urlaub 😀 klar hab ich sie vermisst – aber man muss auch mal abgeben können um wieder zu schätzen zu wissen was man hat 🙂
    ich denke jede mama heult mal wenn sie an ihre Grenzen kommt, aber deshalb lieben wir unsere kleinen nicht weniger. es ist nur menschlich.

    1. Danke – besonders für den letzten Satz:

      „Ich denke jede Mama heult mal wenn sie an ihre Grenzen kommt, aber deshalb lieben wir unsere Kleinen nicht weniger. Es ist nur menschlich.“

  24. Hach, einfach herrlich! Alles was ich dazu sagen kann (und mir gehen eine Menge Gedanken durch den Kopf), wurde fast schon gesagt.
    Mein Sohn ist jetzt 9 Monate und der Anfang fiel mir wirklich schwer. Wusste man, was auf einen zukommt? Ja, Schlafmangel, Rund-um-die-Uhr-Betreuung, keine Zeit für sich und Partnerschaft. Aber wusste man, wie man damit umgeht und sich dabei fühlt? Nein! Woher denn auch, ich war noch nie Mutter eines Säuglings. Aber es ist viel besser geworden, wir haben uns gut aneinander gewöhnt und das Verzweifeln wird weniger.
    Dennoch beneide ich oft die vielen kinderlosen Freunde, die sich nach niemandem richten müssen.
    Klar, ich vermisse mein altes Leben, aber es wäre ja auch schlimm, wenn nicht, dann wäre es ja nicht toll gewesen.
    Ich bin keine rosarote-Brille Mutti und denke auch nicht jeden Morgen, dass ein Lächeln eine schlaflose Nacht vergessen macht.
    Trotzdem ist alles gut.
    Und beim zweiten Kind ist man zumindest etwas vorbereiteter 😉

    1. Ich hab mich tatsächlich viel vorbereiteter gefunden, weil ich beim 2. Kind nicht noch erst Mutter werden musste. Das war tatsächlich sehr erleichternd. Deshalb war es auch anstrengend, aber ich musste mich nicht noch zusätzlich in diese neue Rolle hineinfinden, wie beim ersten Kind. Alles Liebe für Euch!

  25. Ich bin vor kurzem auf deinem Blog gestoßen und habe mich durchgearbeitet;) Und was soll ich sagen, es gab nicht einen Artikel bei dem ich nicht dachte, ja, genau.

    Die ersten 3 Monate mit unserem ersten Kind waren die Hölle und dann wurde es ganz langsam besser. Beim zweiten war es dann schon einfacher, man wußte ja worauf man sich eingelassen hat.

    Aber in den letzten 2 Wochen saß ich auch in mancher Nacht da und dachte, dass 3. Kind war eine grandiose Fehlentscheidung. Das es in ca. 5 Wochen nicht mehr im Bauch, sonder live und in Farbe hier mitmischen wird, versetzt mich leicht in Panik.

    Es gibt immer wieder Tage andenen ich mich frage, ob man die lieben Kleinen nicht bei ebay einstellen kann. Aber da kann ich mir auch gleich selber den Arm abhacken.

    Ich frage mich nur, warum man sich als Erstlingsmutter so allein mit diesen Gefühlen vorkommt. Wenn man erstmal aus dieser Phase raus ist, hört man auf einmal von allen Seiten, dass es den anderen auch nicht anders ging. Oder kann man das in dieser Phase gar nicht wahr nehmen?

    1. Ich glaube ich war als Erstlingsmutter in einer Art Gefühlsschockstarre. Keine Ahnung, ob die anderen tatsächlich alle glücklicher waren oder ich nur eine sehr selektive Wahrnehmung hatte…aber offensichtlich war ich mit diesen Gefühlen nicht alleine. Tatsächlich beruhigen mich Eure Komentare jetzt noch im Nachhinein und mildern meine seit fast 6 Jahren andauernden, wenn auch nicht mehr so ausgeprägten, Schuldgefühle. Danke <3

  26. Ach ich finde diesen Artikel einfach nur geil 🙂
    In meiner Anfangszeit traf ich fast nur auf Eltern, die ihre Kinder ja so toll finden und alles muss toll sein und wie kann man nur sooo egoistisch sein, Zeit für sich zu wollen…. Jajaja….
    Ich hab mich gefühlt wie eine grausame Rabenmutter, die ihr Kind nicht verdient hat und habe versucht, eine lächelnde Vollblutmummy zu sein. Was mir bis heut nicht gelang, denn das bin ich nicht. Kinder ergänzen das Leben, ja, aber man sollte sein Leben nicht darauf ausrichten und den Lebenssinn sehen. Seither geht´s mir wieder besser. Mein Mäuslein kann zuckersüß, aber auch wirklich nervig sein So sind Kinder halt. Ein zweites Kind käme allerdings nicht in Frage. Wir können uns absolut nicht vorstellen nochmal das erste Horrorjahr durchzumachen, wir sind noch immer müde und kraftlos^^

    Liebe Grüße
    Yasmin

  27. Erziehungsratger sind nur was zum Stabilisieren eines kippligen TIsches oder um damit nach dem Teenie zu schmeißen. Alle werdenden Eltern sollten ein Andrea-Harmonika-Abo erhalten. Von Frau Schwesig. Oder dem Jesper. Oder so. Dann werden alle glücklich <3 Mich machst du glücklich, ich fühl mich gleich viel weniger inkompetent. Forever yours!

  28. Wie oft denke ich bin ich denn die einzige die ihr Kind manchmal einfach nicht leiden kann weil es ständig am Rockzipfel klebt und man nicht eine freie Minute hat oder mit den Nerven am Ende ist und es zum Kuckuk wünscht. Danke für diesen tollen Artikel.

  29. Danke für eure offenen und ehrlichen Antworten. Das find ich super, solche Antworten bekommt man als kinderloses Paar nie, wenn man Eltern danach fragt!

  30. Hahaha 🙂 meiner ist zwei und ich ertappe mich oft bei dem Gedanken „scheisse er ist zu groß für die Baby klappe“
    Und dann seh ich ihn an,dieses tollpatschige kleine Wesen,das ganz grimmig schaut weil er sein Willen nicht durchsetzen kann,und bin dann ganz froh das er nicht in die Baby klappe passt

  31. Wochenbettdepressionen sind echt richtig scheisse, das kenne ich. Und der Satz, dass man manchmal sein Kind am liebsten aus dem Fenster schmeissen würde, den kann ich absolut nachvollziehen. Heute lache ich darüber, weil meine Beiden inzwischen gross sind. Aber damals fand ich all das manchmal überhaupt nicht lustig und nur zum Heulen. Normal!!!! 🙂

  32. Also mein doofes Baby ist mittlerweile 8 Jahre alt und manchmal heute noch doof. Dein Text, liebe Andrea, ist ein echter Knaller. Ich las, lachte und dachte nur „wußte ich es doch, ich bin nicht allein“
    Vielen Dank, bestätigt es mir doch wieder mal das, egal was passiert, es eben gute Tage und gebrauchte Tage gibt.

  33. Vielen, vielen Dank für diesen tollen Bloggeintrag!!!
    Vor kurzem musste ich mir von einer kinderlosen Freundin sagen lassen dass es ihr so vorkäme als würde ich mein Kind als Belastung empfinden (ich war von Anfang an sehr offen und ehrlich wenn ich mal genervt war und es nicht rund lief), was mich sehr verletzt hat und die letzten Tage grübeln ließ. Du hast mir total aus der Seele gesprochen und mich wieder aufgebaut. Danke, danke, danke und weiter so!

    1. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich früher, als wir selber noch keine Kinder hatten, oft auch so gedacht habe. Man weiß es halt wirklich nicht besser, auch wenn das leider irgendwie immer herablassend klingt.

      Aber wie der Christian vom Blog Familienbetrieb (http://www.familienbetrieb.info/) weiter oben kommentiert hat:

      „Ich denke, niemand, aber auch wirklich niemand, kann Eltern vor dem ersten Kind vermitteln, wie anstrengend Säuglinge sein können. Und auch nicht, dass sie dann morgens im Bett so unglaublich süß aussehen, dass man ihnen eigentlich auch die schlimmste Nacht verzeiht.“

  34. Ich als Mutter eines mittlerweile 12 jährigen Schreikindes kann nur sagen das mir dieser Bericht echt aus dem Herzen spricht! Danke dafür!

  35. Manchmal denke ich mir bei solchen Blogs „Nicht schon wieder so ein „Ich bin jetzt auch Mama und weißte was, es war richtig scheiße anfangs aber nur Muuuuuut, Phaaaaaaaase, es geht vorbeeeeei, wir haben unsere Kinder alle mal zum Mond gewünscht und nehmen es hier nun mit extra viel Humor und extra Ehrlichkeit und damit super Authentizität“.
    Zugegeben: Das denke ich trotzdem, und dennoch ist deines sehr schön zu lesen. Schade (!!!), dass ich es nicht damals in der Wochenbettphase schon gekannt habe oder es da einfach noch nicht online war. Auch wenn ich damals mit einigen Mamas Händchen gehalten habe und wir uns gegenseitig ausgeweint haben, wie schrecklich anstrengend es jetzt ist… die paar Blicke, die dummen Kommentare von bekannten oder unbekannten Mitmenschen haben manchmal eine Wirkung, als hätte der eigene Chef plötzlich beschlossen, die Gehälter der letzten Jahre rückwirkend vom Konto abzubuchen, weil man den größten, unverzeihlichsten Fehler seines Lebens begangen hat.
    Merci! :-*

  36. DANKE DANKE DANKE für diesen Text. Er spiegelt genau das wieder, was auch in mir vorging. Ich wollte und wollte und wollte ein Baby und dann hatte ich ein tolles, perfektes, wunderschönes Baby (das im Nachhinein doch sehr pflegeleicht war) und ich wollte es doch nicht. Ich bin vor Schuldgefühlen fast umgekommen, habe wochenlang nur geweint und wusste nicht mehr weiter. Dank einer wunderbaren Hebamme, die mit viel Wärme und Verständnis reagiert hat, habe ich meine Gefühle auf die Reihe gekriegt und es akzeptiert, dass es halt so ist.
    Heute, 1,5 Jahre später, liebe ich das besagte Baby mit allem was ich bin. Ich mag es allerdings nicht immer und manchmal finde ich es sogar richtig kacke und überlege, es am nächstbesten Laternenpfahl festzubinden, wenn es mal wieder im Supermarkt rumkreischt, mit Sojasoße die Küche dekoriert oder eine Packung Reis im Wohnzimmer verteilt. Dann kommt es aber freudestrahlend auf mich zugerahnt, ruft „MAMA!“ und knutscht mich.
    So ist das nunmal wenn man ein Kind hat, es gibt solche und solche Tage.

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